gib dem menschen einen hund und seine seele wird gesund

Hildegard von Bingen

So geschehen 1995, als die kleine Sina, eine Côton de Tulear Hündin, dafür sorgte, dass bei Monika die Lebensfreude wieder klar überwog. Endgültig weg von negativen Erlebnissen in der Arbeitswelt hinein in die unbeschwerte Hundewelt im Hier und Jetzt. Trotz Bücherstudium über Hunde und Hundehaltung war alles Neuland und jeder Tag eine Herausforderung mit dem kleinen Welpen ...

Die Mobbing-Schikanen im Büro waren bald Vergangenheit und Monika wieder fit für mehr "Action". 

Noch im gleichen Jahr adoptierten wir einen Welpen aus dem Tierheim, der - wie wir erst ein Jahr später erfuhren - aus Kos stammte. Zeit für einen weiteren Wuschel war ebenfalls vorhanden, und als wir das Tierschutzprojekt in Kos kennenlernten, das damals von einer Baslerin mit Tierärzten und Helfern jährlich organisiert wurde, nahm das Schicksal seinen Lauf. Will heissen, 1998 bestand unser erstes Rudel aus Sina und Nougat (Havaneser) sowie den ersten Griechen Lola (Zwergpudel-Mix), Ouzo (Pointer-Mix) und Sam (Setter x Doberman-Mix). Dahinter stehen Geschichten die das Leben schrieb und Bücher gefüllt werden könnten ...

Von da an galt unser Hauptaugenmerk den Vierbeinern und der Herkunft der Hunde zufolge dem Tierschutz in Kos. Zu Beginn als Akteure in der Gruppe von Tierärzten und Helfern bei den jährlichen Kastrationsaktionen in Kos. Bald darauf agierten wir fortan selbständig. Stets das Ziel vor Augen, gerettete Hunde an gute Lebensplätze in der Schweiz zu vermitteln und gleichzeitig soviel Spendengelder wie möglich zu generieren. Nach einer zweijährigen Erfahrung mit der Vermittlung von Hunden aus Rumänien, beschränken wir unsere Tätigkeit aus Kapazitätsgründen nun wieder "nur" auf Griechenland.

Inzwischen sind bald 23 Jahre vergangen und wir beide längst AHV-Rentner. Unser Nesthäkchen Belina war 15 Jahre lang Monikas Seelentrösterin. Tag täglich hat sie Monika nicht aus den Augen gelassen. Sie hat uns mit ihrer Art nur Freude bereitet. Auf dem Spaziergang war sie hinter Monika die zuverlässige Begleiterin ohne irgendwelche "Macken". Leider litt sie in den letzten Jahren stark an  Rückenschmerzen und das Gehör wurde altersbedingt immer schwächer. War es Zeit ins Bett zu gehen, versicherte sie sich immer mehrmals, dass Monika auch wirklich den Weg vom Bad ins Schlafzimmer fand. Es war deshalb ein sehr sehr trauriger Moment, als wir Belina im November 2019 von ihren Schmerzen erlösen mussten.

Die im Jahre 2018 adoptierten Hunde, der blinde Pointer Carlos und der Porcelaine Henry erforderten mehr Aufmerksamkeit, Kraft und Nervenstärke als wir geben konnten. Wir mussten schweren Herzens erkennen, dass wir weder für Carlos noch für Henry das geeignete Zuhause waren. Glücklicherweise fanden wir Hundefreunde, die mit ihren besonderen Eigenschaften besser umgehen können. Im August 2019 konnten wir aber einem Hilferuf aus Rhodos nicht widerstehen. Seit September hält uns Jungspund Luka Wort wörtlich auf Trab. Er führt uns wieder vor Augen was es bedeutet einen so lebhaften Racker im Rudel zu haben, der uns zwar fordert aber auch täglich grosse Freude bereitet.

 

Die Trauer um den Verlust von Seelentrösterin Belina aus Kos nahm kein Ende. Es dauerte nicht lange und Monika glaubte in Lulu aus Rhodos den entsprechenden Ersatz gefunden zu haben. Dass Lulu stattdessen Ernesto adoptieren würde, damit hatte sie jedoch nicht gerechnet. Seit dem Einzug von Lulu im August 2020 hat Ernesto einen Schatten, der ihm auf Schritt und Tritt folgt. Monika gönnt Ernesto natürlich sein Glück ... und gibt die Hoffnung nicht auf; vielleicht wird sie ja doch noch ihre neue Seelentrösterin :-)

Ende Mai 2020 mussten wir uns plötzlich von Pointerhündin Lara verabschieden, die uns 11 Jahre begleitet hatte. Fasziniert von dieser Rasse war es deshalb naheliegend, dass wir einem weiteren Pointer eine Chance geben wollten. Via Gildas Hope e.V. stiessen wir schliesslich auf Tommy, der seit ende Juli 2020 bei auf Pflegestelle in Bad Dürrheim betreut wurde. Pflegemama Conny Zimmermann hatte super Vorarbeit geleistet und so durften wir Tommy Mitte Oktober abholen. Der scheue und schreckhafte Tommy wird noch eine ganze Weile brauchen, bis er sich an seine neue Umwelt gewöhnt hat und wir ihn ohne Leine unbeschwert rennen sehen werden. Geduld, Geduld, Geduld.