Monika und ernst künzler

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gib dem menschen einen hund und seine seele wird gesund

Hildegard von Bingen

So geschehen 1995, als die kleine Sina, eine Côton de Tulear Hündin, dafür sorgte, dass bei Monika die Lebensfreude wieder klar überwog. Endgültig weg von negativen Erlebnissen in der Arbeitswelt hinein in die unbeschwerte Hundewelt im Hier und Jetzt. Trotz Bücherstudium über Hunde und Hundehaltung war alles Neuland und jeder Tag eine Herausforderung mit dem kleinen Welpen ...

Die Mobbing-Schikanen im Büro waren bald Vergangenheit und Monika wieder fit für mehr "Action". 

Noch im gleichen Jahr adoptierten wir einen Welpen aus dem Tierheim, der - wie wir erst ein Jahr später erfuhren - aus Kos stammte. Zeit für einen weiteren Wuschel war ebenfalls vorhanden, und als wir das Tierschutzprojekt in Kos kennenlernten, das damals von einer Baslerin mit Tierärzten und Helfern jährlich organisiert wurde, nahm das Schicksal seinen Lauf. Will heissen, 1998 bestand unser erstes Rudel aus Sina und Nougat (Havaneser) sowie den ersten Griechen Lola (Zwergpudel-Mix), Ouzo (Pointer-Mix) und Sam (Setter x Doberman-Mix). Dahinter stehen Geschichten die das Leben schrieb und Bücher gefüllt werden könnten ...

Von da an galt unser Hauptaugenmerk den Vierbeinern und der Herkunft der Hunde zufolge dem Tierschutz in Kos. Zu Beginn als Akteure in der Gruppe von Tierärzten und Helfern bei den jährlichen Kastrationsaktionen in Kos. Bald jedoch lösten wir uns von den oft untereinander zerstrittenen Tierschützern und agierten selbständig. Stets das Ziel vor Augen, gerettete Hunde an gute Lebensplätze in der Schweiz zu vermitteln und gleichzeitig soviel Spendengelder wie möglich zu generieren. Nebst Hunden aus Griechenland nehmen wir seit 2016 auch solche aus Rumänien zur Vermittlung in Pflege. 

Inzwischen sind 22 Jahre vergangen und wir beide seit zwei bzw. vier Jahren AHV-Rentner. Über 300 Tierschutzhunde aus Griechenland und 24 aus Rumänien lebten im Durchschnitt 15 Tage bei uns in Pflege, bevor wir sie an ihre Lebensplätze in der Schweiz und Deutschland vermitteln konnten. Das bedeutet aber auch das x-fache an Telefonanrufen und Besuchen von interessierten Menschen, die wir rein ehrenamtlich bewirten, informieren, aufklären und beraten. Da sehnt man sich schon manchmal nach einer Ruhepause. Diese Ruhepause ist nun definitiv gekommen, nachdem wir am eigenen Leib erfahren mussten, dass unsere Kapazitätsgrenze mit acht eigenen Hunden überschritten ist. 

Die beiden zuletzt adoptierten Hunde, der blinde Pointer Carlos und der Porcelaine Henry erforderten mehr Aufmerksamkeit, Kraft und Nervenstärke als wir geben konnten. Das Helfersyndrom hat uns in diesen Fällen einen Streich gespielt.  Die falsche Einschätzung unserer eigenen Fähigkeiten und die Erkenntnis, dass wir weder für Carlos noch für Henry das geeignete Zuhause waren, tut uns weh und wird Spuren hinterlassen. Es tut uns leid, dass wir für diese beiden liebens-werten Hunde ein neues Zuhause suchen mussten. Einziger Trost aber keine Entschuldigung: Die Hunde leben im hier und jetzt und sind/werden in ihrem neuen Zuhause glücklich sein ...